6. Euro-ISME Jahrestagung 2016

ETHIK in der TERRORISMUSBEKÄMPFUNG

“Aspekte der Ethik beim Einsatz von Streitkräften und Polizei im Inneren und im Ausland ”

TAGUNGSBERICHT

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Einführung

Die traditionsreiche FANEHALLEN (Fahnenhalle) in Oslo’s ältestem Wahrzeichen der Feste Akershus bot nicht nur einen prestigeträchtigen historischen Rahmen sondern auch eine ausgesprochen moderne Infrastruktur für die 6. Euro-ISME Jahrestagung.

Außerdem wurde die Konferenz durch unsere Gastgeber in besonderer Weise mitgetragen: Euro-ISME ist der Norwegischen Verteidigungsakademie (NDUC) und der Militärseelsorge der Norwegischen Streitkräfte zu großem Dank verpflichtet für deren aktive Unterstützung und für die Bereitstellung der wunderbaren Konferenzräume. Alle Teilnehmer waren sich darin einig, dass unsere Gesellschaft wieder einmal eine ganz besondere Wahl getroffen hatte!

Zudem hatte der Vorstand die “richtige Nase” bei der Festlegung des diesjährigen Tagungsthemas : bestimmte Ereignisse der jüngsten Monate und die generelle Entwicklung der Sicherheitslage in Europa machten es topaktuell!

In den zurückliegenden Jahrzehnten waren europäische Streitkräfte häufig an Anti-Terror-Operationen im Rahmen von Auslandseinsätzen beteiligt. Für die meisten Armeen sind jedoch Anti-Terror-Operationen im eigenen Land ein relativ neues Phänomen – auch wenn es Ausnahmen gab, wie zum Beispiel Nordirland oder im Baskenland. Aber heutzutage sehen wir regelmäßig bewaffnete und uniformierte Soldaten auf Straßen und Plätzen patrouillieren und Aufträge ausführen, die in vielen Aspekten zumindest vergleichbar mit Polizeiaufgaben sind.

Grußwort des Präsidenten

“Zunächst gilt mein allerherzlichster Dank Frau Professor Camilla Serk-Hansen, Vorsitzende des Norvegischen Beirates für Militärethik, die gleich in unsere 6. Jahrestagung einführen wird. Und ich möchte mich jetzt schon im Namen von Euro-ISME genau so herzlich bei all denjenigen bedanken, die sich so engagiert für die Vorbereitung der Veranstaltung eingesetzt haben. Ich kann sagen, dass wir es wieder in erster Linie Ihrem Organisationstalent und Ihrer unermüdlichen Vorbereitungsarbeit verdanken, dass wir uns hier versammeln konnten und ich die 6. Euro-ISME Jahrestagung in Oslo mit großen Erwartungen eröffnen kann.

Ich möchte mich aber auch bei allen Teilnehmern dieser Tagung dafür bedanken, dass Sie uns wieder die Ehre und Treue erweisen, dabei zu sein. Wir sehen bekannte Gesichter, immer bereit ihre Erkenntnisse und Überlegungen mit uns zu teilen. Aber wir entdecken mit ebenso großer Freude neue Gesichter von Teilnehmern aus den verschiedensten Bereichen. Herzlichen Dank dafür, dass Sie uns Ihre Zeit widmen, um sich zu uns zu gesellen. Ich habe keinen Zweifel, dass wir einen fruchtbaren Austausch haben werden und darauf freue ich mich zusammen mit allen Mitgliedern unserer Gesellschaft.

Erlauben Sie mir nun, einige Minuten auf unser Thema “Ethik in der Terrorismusbekämpfung einzugehen.

Ist der Krieg gegen den Terrorismus anders als andere Kriege? Vor der Beantwortung dieser Frage stellen sich mir drei weitere Fragen: Sollen wir den Terrorismus mit den gleichen Methoden bekämpfen, die wir in anderen Kriegen anwenden? Sollten wir an den gleichen Regeln festhalten? Sollen die gleichen ethischen Grundsätze gelten?

Lesen Sie hier die Antworten und die vollständige Eröffnungsansprache

TAGUNGSINHALTE

Während der Eröffnungssitzung bekamen die Teilnehmer erste grundsätzliche Ansichten von Professor Dr. Camilla Serk-Hanssen, Direktorin des norwegischen Beirates für Militärethik und von Professor Dr. Henrik Syse, Leiter des PRIO ( Peace Research Institute Oslo), Mitglied des norwegischen Nobel-Komitees und Chefredakteur des Journal of Military Ethics vermittelt.

Die Konferenz bot dann auch den Anlass für die Präsentation des vor kurzem erschienenen 2. Bandes aus der Euro-ISME Buchreihe zum Thema “Internationale Studien zur Militärethik” , herausgegeben von Euro-ISME Vizepräsident Prof. Dr. Thomas R. Elßner und seinem Kollegen Oberst (i.G.) Reinhold Janke vom Zentrum Innere Führung. Der Band mit dem Titel “Didaktik der Militär Ethik – Von der Theorie zur Praxis” fasst die Beiträge internationaler Wissenschaftler und Praktiker zusammen, die zum Teil während der 4. Jahrestagung 2014 in Koblenz vorgestellt wurden.

Nach diesem denkwürdigen Auftakt setzten sich die Teilnehmer in verschiedenen Plenarsitzungen und parallelen Workshops mit den theoretischen und wissenschaftlichen Fragen im Zusammenhang mit dem Einsatz militärischer Gewalt sowie Polizeimaßnahmen in Anti-Terror-Operationen auseinander.

Eine spezielles Podium war dem Journal of Military Ethics gewidmet, welches in diesem Jahr seinen 15. Geburtstag feiert. Vier Redakteure, die an der Entwicklung des Journals eng beteiligt waren, diskutierten die Frage, inwieweit die militärische Ethik in den letzten fünfzehn Jahren sich verändert hat. Ein für sich sprechendes Detail kam dabei hervor, als einer der Panelisten darauf hinwies, dass die allererste Ausgabe ausgerechnet am 9.11.2001 erschien. Damit erblickte die Zeitschrift genau in dem Moment das Licht der Welt, in welchem der internationale Terrorismus auf strategischer Ebene Realität geworden und nicht mehr auf der taktischen Ebene begrenzt war.

Das traditionelle Euro-ISME-Dinner-Bankett bot die am besten geeignete Gelegenheit für den Geschäftsführer John Thomas, den Ethikpreis 2015 an Frau Elisabeth Decrey-Warner, Präsidentin der NGO Geneva Call zu überreichen. Diese Einrichtung war von Euro-ISME im November 2015 in Berlin für ihre herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Verbreitung des humanitären Völkerrechts bei nichtstaatlichen Akteuren ausgezeichnet worden. In ihrer Dankesrede skizzierte Frau Decrey-Warner ein breites Bild der Aktivitäten von Geneva Call, welche sich in mehr als 20 Ländern und oft unter schwierigen – wenn nicht gefährlichen – Umständen vollziehen.

Am nächsten Morgen befasste sich eine Podiumsdiskussion mit der Verbesserung der Unterrichts-Methoden durch Vernetzung der Verbreitung des Humanitären Völkerrechts mit der Militärethik. In seiner Erwiderung auf die Diskussionsteilnehmer ging Jamie Williamson vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes auf die Tatsache ein, dass das IKRK gegenwärtig aktiv auf der Suche nach neuen Methoden der Verbreitung ist und dass der legalistischen Ansatz in den Modernisierungsprozess eingebunden ist.

Während der Abschlusssitzung konnten die Teilnehmer zusätzlich den Verteidigungs-Staatssekretär Øystein Bø, und den Botschafter von Israel begrüssen. In seiner Abschlußrede betonte der Staatsekretär Bø die herausragende Bedeutung der Militärethik für die norwegischen Streitkräfte, sowie die Beiträge der norwegischen Forschung auf diesem Gebiet.

Die ausgearbeiteten Beiträge zur Konferenz werden bis zum Ende des Jahres konsolidiert und später in einem neuen Konferenzband der Euro-ISME Buchreihe veröffentlicht. Manuskripte können bis zum 31. August 2016 eingereicht werden.

Hinweise für die Erstellung von Manuskripten und zur Prüfung der Druckfahnen können hier heruntergeladen werden .

Während der Konferenz präsentierte sich außerdem ein drittes Mitglied der “ISME Familie” genannt (Asia-Pacific) APAC-ISME. Die neue Vereinigung wird Ethiker aus den Ländern des pazifischen Raums zusammenführen und plant, ihre erste (voraussichtlich zweijährlich stattfindende) Tagung Ende 2017 durchzuführen. APAC-ISME ergänzt somit die bisher bestehenden Zweige von (Nord-Amerika) NAISME und Euro-ISME.

Das Treffen bot natürlich auch wieder die Gelegenheit, die “ordentliche Mitgliederversammlung” abzuhalten. Die Mitglieder genehmigten einstimmig die Jahresberichte des Geschäftsführers und des Schatzmeisters und sie wählten diejenigen Mitglieder erneut in den Vorstand, deren Wahlperiode abgelaufen war. Hier können Sie das Protokoll der MV herunterladen.

Die 7. Euro-ISME Jahrestagung wird vom 31. Mai bis 2. Juni 2017 an der Königlichen Militärakademie der belgischen Streitkräfte in Brüssel stattfinden.

Programm of the 6th Annual Euro-ISME Conference

Cover of Volume 1 of Euro-ISME Book Series

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