The International Society for Military Ethics in Europe

 

So schnell vergeht die Zeit : wo steht EuroISME nach 10 Jahren, wohin geht EuroISME in den nächsten 10 Jahren ?

 

ecolemili paris tour 2

Am 16. und 17. Juni 2011 versammelten sich die Mitglieder und Freunde der Internationalen Gesellschaft für Militärethik (ISME) zum ersten Mal in Europa, nachdem alle vorherigen Treffen seit 2005 jeweils in den USA stattfanden. Mit der Ecole Militaire mitten in Paris war eine der prestigeträchtigsten Tagungsstätten gewählt worden.

Angesichts der fortschreitenden Integration von Truppenteilen ehemaliger Warschauer-Pakt-Staaten in multinationale europäische Streitkräftestrukturen und regelmäßiger Einsätze im Rahmen von EU-Friedensmissionen stellte sich den europäischen Experten die drängende Forderung nach einem eigenständigen EuroISME-Verband, um ihre Arbeit besser auf den spezifischen europäischen Ansatz in der Analyse und der Weiterentwicklung der militärethischen Grundlagen auszurichten, sowie die gemeinsame Nutzung erprobter Lehr- und Arbeitsmethoden innerhalb der Streitkräfte der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und der westlichen Wertegemeinschaft voranzutreiben.

Der Gründungsbeschluss wurde nach Klärung der rechtlichen und der finanziellen Rahmenbedingungen noch während der Pariser Tagung gefasst!

Seither ist EuroISME durch intensive Vorstandsarbeit und ideelles Engagement aller Mitglieder als herausragendes europäisches Forum für die Diskussion und den Austausch von Vorstellungen zur beruflichen Verantwortung der Soldaten und zur Militärethik weithin anerkannt!

Die jeweils in Zusammenarbeit mit renommierten Institutionen und an attraktiven Tagungsorten durchgeführten, mit hochrangigen Experten aus aller Welt besetzten Jahrestagungen sind „Leuchturm-Veranstaltungen“ die zudem durch zahlreiche Initiativen und thematisch fokussierte weitere Treffen sinnvoll ergänzt werden.

Leider konnten wir die 10. Jahrestagung 2020 nicht wie ursprünglich geplant in Berlin ausrichten und das Jubiläum mit dem üblichen formellen EuroISME-Dinner feiern! Die COVID-Pandemie zwang uns zunächst zur Verschiebung und dann zur 100% virtuellen Durchführung...

Die Pandemie war (und ist) allerdings auch ein deutlicher Warn-Hinweis auf sich schnell verändernde Rahmenbedingungen und neue Herausforderungen bei der Gestaltung von Sicherheit und Frieden – nicht nur auf unserem Kontinent! Die Frage nach Werten und Tugenden, nach Grundsätzen und Verhaltensnormen zur Schaffung einer gemeinsamen Kultur der Verantwortung und des ethischen Denkens stellt sich gerade heute in neuer und drängender Schärfe!

Die europäischen Streitkräfte, aber darüber hinaus auch alle „Sicherheitskräfte“ sehen sich mit neuen Einsatzarten und -methoden konfrontiert. Das Auseinanderdriften traditioneller Gesellschaftsformen und -strukturen führt in Europa und an der Peripherie zu vielfältigen Konflikten, welche mit dem ursprünglichen Konzept vom „Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ nicht bewältigt werden können. Der „Gerechte Frieden“ ist immer schwerer herzustellen, der „Gerechte Krieg“ ist auf dem Weg dorthin keine hinreichende ethische Grundlage mehr.

Nicht erst mit der nächsten Jahrestagung 2022 in Budapest soll diese Frage angegangen werden : es gab und gibt innerhalb von EuroISME bereits von Anbeginn die Konkurrenz der verschiedenen Ansätze für eine gemeinsame europäische Führungskultur in den Streitkräften! Die Spannungen müssen ausgehalten und aufgearbeitet werden! Auch dazu ist EuroISME vor 10 Jahren als eigenständiger Verband gegründet worden...  Und wird sich die nächsten 10 Jahre noch energischer dafür einsetzen!

Diskutieren Sie mit uns darüber im Forum :

 

 

 

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Prof. Dr. Thomas R. Elssner's Avatar
Prof. Dr. Thomas R. Elssner replied the topic: #2 4 months 3 days ago
Als Vizepräsident von EuroISME hätte ich anläßlich unserer "Online-Konferenz 2021" gerne etwas dazu gesagt!
Sehen Sie hier dazu meinen  Videobeitrag , der vom "Programm-Komitee" leider nicht übernommen wurde...
Den Vortragstext mit (Deepl)Übersetzung ins Englische können Sie hier als PdF herunterladen  Wohlgemerkt : es geht dabei absolut nicht um Deutsch oder Französisch als Arbeitssprache bei unseren Tagungen, sondern um die Analyse von Grundlagen und Konzepten in allen relevanten Wissenschaftssprachen für einen "gemeinsamen europäischen Ansatz" in der Militärethik!
Ich freue mich auf Ihre Kommentare !
Prof. Dr. Thomas R. Elssner's Avatar
Prof. Dr. Thomas R. Elssner replied the topic: #3 4 months 1 day ago
On the occasion of our "Online Conference 2021" and as a Vice President of EuroISME, I would have liked to say something about this question !
You can see my preregistered video here, which was unfortunately not taken by the "Program Committee" ...
Here you can also download the text as a PdF file.
Mind you: it is absolutely not about German or French as the working languages at our conferences, but about the analysis of fundamentals and concepts in all relevant scientific languages for a "common European approach" in military ethics!
I am looking forward to read your comments !
Eric Germain's Avatar
Eric Germain replied the topic: #4 3 months 3 weeks ago
 [justify]"Vom Profil her wird EuroISME noch europäischer werden müssen, ohne hierbei in einen Widerstreit zu einer notwendig weltweit ausgerichteten Internationalität zu geraten."

Having been a “compagnon de route” of EuroISME for the past 10 years, I cannot agree more dear Thomas!
Shall EuroISME be a forum for military ethics firmly grounded in “European values” or, pragmatically, shall we accept the fate of becoming a gentle hub open to free flow of all kind of interests and strategies?
I believe one way to address this question is by answering another one: do we have as our main goal to help European armed forces to reflect in a critical way on the ethical challenges the military is, and will be, facing?
Reading this written comment you lose the pleasure of hearing my Inspector Cluzo accent, but let me end with a question I asked myself while attending the 2011 first conference of EuroISME in Paris: do I formulate ethical questions the same way when I am not thinking in my mother tongue?
Today, EU’s Common Security and Defence Policy raises ethical issues less and less addressed by the 26 members of the European Defence Agency in their own Muttersprache/madrelingua/mateřský jazyk/anyanyelv/etc. Shall this be a concern?

All EuroISME members will agree with me in saying that if science is international, ethics is not? Is Europe braindead to the extent that we cannot anymore find in our own history, culture, humanist and democratic values enough material to feed a specific approach of military ethics worth to be promoted?

Quo vadis Euro(?)ISME…

PS: I express myself in a personal capacity, my views do not necessarily reflect those of the French MoD.[/justify]
Carl-M. Wilke replied the topic: #5 3 months 2 weeks ago
En tant que membre fondateur d'EuroISME, je voudrais profiter de cette occasion pour féliciter son 10e anniversaire. Je pense à l'événement fondateur à Paris avec beaucoup de joie et de gratitude. En particulier, l'échange d'idées en français, anglais et allemand a été un grand enrichissement.
Je suis heureux que ce forum se soit continuellement imposé. Je reconnais une évolution inquiétante : L'expansion mondiale des formats (contacts vers l'Amérique du Nord et du Sud, l'Océanie, etc.) dilue l'approche européenne. Avant d'aborder les problèmes des autres continents, il faut d'abord être certain de sa propre position. Et cela s'appelle l'Europe, comme le nom de l'entreprise. Cela doit d'abord inclure la Grande-Bretagne et les Pays-Bas, mais aussi la France et l'Allemagne. Quiconque ne connaît que très peu les cultures et les structures en Europe sait que beaucoup de coordination est encore nécessaire ici. Autrement dit : nous avons besoin des voix de la France, mais aussi de l'Espagne et des autres pays du sud de l'Europe. À ce stade, je suis entièrement d'accord avec le professeur Elßner dans le chapitre 3 de son discours inaugural. La difficulté et le temps que cela représente se constate également dans la coopération internationale au sein de l'UE.
Je vois un autre problème dans le fait que la discussion sur l'éthique militaire devient de plus en plus arbitraire et donc édulcorée. Dans le travail d'EuroISME, je ne vois aucune structure dans quelle direction la discussion devrait aller : conseiller la politique ? Conseiller les soldats ? Profil des membres de l'EuroISME ? Ce dernier peut être attrayant pour l'un ou l'autre. Nous avons toujours appelé cette tour d'ivoire académique le cartel des citations. En tant que tel, il n'a pas d'avenir à long terme.
Je souhaite à EuroISME un succès continu dans l'élaboration de l'éthique militaire en Europe.

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